
Marokko Reisezeit: die beste Zeit Monat für Monat – mit Klimatabelle
Die beste Marokko Reisezeit Monat für Monat – mit Klimadaten für Marrakesch, Fès, Küste und Wüste, Ramadan 2027, Festivals und den typischen…

Norwegen im Winter heißt Polarnacht, Nordlicht und Straßen voller Schnee – genau so haben wir Weihnachten und Silvester verbracht.
Vom 20. Dezember 2024 bis zum 6. Jänner 2025 waren wir im Norden Norwegens – über Weihnachten und Silvester, mitten in der Polarnacht. Die Route: zuerst die Lofoten, dann über Weihnachten weiter Richtung Norden nach Alta, wo wir Silvester verbracht haben, und zum Schluss ein paar Tage Tromsø. Achtzehn Tage, in denen die Sonne kein einziges Mal aufgegangen ist – und trotzdem eine der schönsten Reisen, die wir gemacht haben.
Nördlich des Polarkreises geht die Sonne von Ende November bis Mitte Jänner nicht über den Horizont. Stockdunkel ist es trotzdem nicht den ganzen Tag: Rund um Mittag gibt es zwei, drei Stunden blaues, fast violettes Dämmerlicht, oft mit rosa Rand am Himmel. Genau dieses Licht ist der Grund, warum Fotografen im Dezember kommen. Für die Planung heißt das: Fahrten in die hellen Stunden legen, also etwa zwischen 10 und 14 Uhr, und den Rest des Tages für Nordlicht, Sauna und gutes Essen einplanen.
Die Lofoten sind eine Inselkette, die über Brücken und Tunnel mit der E10 verbunden ist. Die bekanntesten Fotomotive liegen im Süden: Reine und Hamnøy mit den roten Rorbuer, den alten Fischerhütten auf Stelzen, und den steilen Bergen dahinter. Im Winter ist es dort ruhig, viele Lokale haben eingeschränkte Öffnungszeiten – Supermärkte (Coop, Kiwi, Rema 1000) sind die verlässlichste Anlaufstelle. Wer eine Rorbu mieten will, bucht über Airbnb oder Booking; im Dezember gibt es Auswahl, ab Februar (Nordlicht plus Tageslicht) wird es eng.

Alta liegt am gleichnamigen Fjord in der Finnmark und gilt als „Stadt des Nordlichts“. Bekannt sind die moderne Nordlichtkathedrale mit ihrer spiralförmigen Titanfassade und im Winter das Eishotel bei Sorrisniva. Silvester ist dort kein Großstadtfeuerwerk, sondern ein paar Raketen über dem Fjord – und wenn man Glück hat, das Nordlicht dazu.
Tromsø ist nach Wochen in kleinen Orten fast eine Großstadt: Cafés, Brauerei, Museen. Lohnend sind die Seilbahn Fjellheisen auf den Storsteinen mit Blick über die Stadt, die Eismeerkathedrale auf der anderen Seite der Brücke und das Polaria. Nordlicht-Touren fahren jeden Abend ab der Stadt; mit eigenem Auto kann man dasselbe selbst machen und spart viel Geld.
Mietwagen haben im Winter Spikes oder gute Winterreifen – nachfragen und bestätigen lassen. Die Straßen werden geräumt, sind aber oft eine feste Schneedecke. Auf Gebirgsstrecken der E6 gibt es bei Sturm Kolonnenfahrt hinter dem Räumfahrzeug oder Sperren; vor jeder längeren Etappe auf vegvesen.no (Straßenstatus) schauen. Tankstellen liegen weit auseinander: nie unter halb voll fahren. Maut wird automatisch per Kennzeichen abgerechnet, die Vermietung verrechnet sie nachträglich. Mehr dazu in unserem Beitrag Mietwagen oder Motorrad.
Norwegen ist praktisch bargeldlos – wir haben die ganze Reise nichts abgehoben und alles mit der Wise-Karte in Kronen bezahlt (Terminal immer in NOK, nie in Euro umrechnen lassen). Warum das wichtig ist, steht in Geld im Ausland. Netz gibt es entlang der Hauptstraßen erstaunlich gut, in Fjorden und hinter Bergen aber Funklöcher. Wer unterwegs arbeitet, ist mit Starlink im Auto auf der sicheren Seite.
Norwegen ist teuer, vor allem Restaurants und Alkohol (Wein und Schnaps nur im staatlichen Vinmonopolet). Günstiger wird es mit Unterkunft mit Küche und Einkauf im Supermarkt. Diesel und Maut summieren sich auf langen Strecken – die Route lieber kompakt halten als jeden Tag weiterziehen.
Ja – aber das nächste Mal Ende Februar oder März: dann gibt es Nordlicht und Tageslicht für die Lofoten. Die Polarnacht muss man einmal erlebt haben, sie ist magisch. Unser nächstes Winterziel ist übrigens Island.



Die Fotos in diesem Beitrag stammen nicht von uns, sondern sind frei lizenziert (Wikimedia Commons / Openverse): Nordlicht über Tromsø – Gunnar Hildonen, CC BY-SA 2.0; Reine auf den Lofoten mit roten Fischerhütten – Jakub Fryš, CC BY-SA 4.0; Grünes Nordlicht am Nachthimmel – Georg Botz, CC BY-SA 3.0; Reine auf den Lofoten im Winter – Keihuli, CC BY-SA 3.0. Eigene Fotos von dieser Reise folgen.


Unser Fazit zu Norwegen im Winter: Plane genug Zeit für die Strecken ein, denn Wetter und Licht bestimmen den Tag. Außerdem lohnt sich warme Kleidung in Schichten, weil du oft lange draußen auf Nordlicht wartest. Alle Highlights der Inseln stehen in Lofoten Sehenswürdigkeiten; Hintergründe zum Land findest du bei Wikipedia.
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